Achtsamer Liebesgewusel oder Aus der Mondperspektive

Yogi Tea - ein Blogeintrag über die Liebe

 

”Wer liebt, hat keine Fragen” Yogi Tea

Okay, mit gaaaaanz viel Fantasie stelle ich mir die große Tasse Yogi Tee als ein halbes Glas Rotwein vor und die Rückenschmerzen könnten auch von einer durchtanzten Nacht kommen? Hahaha!
Nein, als Mama habe ich meinen Dienst für heute zwar noch nicht abgelegt, aber eine Feierabendstimmung kommt in mir auf, wenn der Spatz schlummert und ich ein wenig frei habe.
Sinnvoll wäre die Zeit zwar genutzt, wenn ich auf dem direkten Wege aus dem Bad im Bett lande und ohne Umwege meine Gedanken auf den so nötigen Schlaf lenke.
Aber nein! Plötzlich sprudel´ ich wieder voller Energie, denn nun Mami, ”ist deine Zeit gekommen”, sage ich mir. Die Zeit, in der ich mich mit anderen Dingen beschäftigen möchte. (Okay hin und wieder lande ich dann doch bei einer angesagten Baby-Lektüre oder auch einen ziemlich guten Baby-Sachbuch!
Zumindest das Schildchen ”Hausfrau” hänge ich ab jetzt ab, und lass die unsortierte Wäsche und den Küchenchaos mal vor sich hin ruhen.

Zurück zum Teebeutel, denn es scheint ein gewisses Karma bei mir in der Stube zu sein, denn genau das ist es momentan! Mich sinnt es über die Liebe und Partnerschaft nachzudenken.
Und ich will da mal was klar stellen: Ich liebe und habe viele Fragen. So ist das eben.

Was ist das eigentlich, dieses magische Band, das die Liebe zweier Menschen zusammenhält?              Sind es die großen Begriffe wie Respekt, Loyalität, Vertrauen, Treue, Empathie und.. ich habe sicher ein paar weitere vergessen!
Wie funktioniert das alles, würde ich gerne wissen und vor allem wie erhält man seine Partnerschaft stets im guten Schuss?
Also top in Form / everytime bikinibody sozusagen als Metapher für die gelungene Beziehung.
Hier sind doch Männer als auch Frauen einer Meinung: man möchte ein gelungenes und zufriedenes Zusammenleben haben oder vielleicht auch mehr als das.. ?Eine innige Freundschaft, Verständnis für das Individuum des Einzelnen, Intimität und Anziehung, die es schafft nach etlichen Jahren (mit Kindern) ein Brodeln und Knistern füreinander zu erzeugen.
Rede bzw. denke ich mir da gerade Quatsch daher? Woher stammt das alles? Habe ich Hollywood und Bollywood mit echtem Leben verwechselt?
Ist die Liebe und eine gesunde Beziehung mit einem leckeren Gericht zu vergleichen?
Dieses muss zubereitet werden mit Kräutern und Gewürzen verfeinert werden, doch weder versalzen noch zu fade schmecken.. Was wäre meine Ehe wohl für ein Gericht?
Ein gegrilltes, saftiges Hähnchen? 😀
Ich bin etwas verunsichert muss ich gestehen.
Und manchmal sogar deprimiert von meinem eigenen Charakter, der sich einem friedlichen Zusammenleben immer wieder in den Wege stellt und das obwohl ich die Schuld für die Problemchen des Alltags nun wirklich nicht zuerst bei mir sehe!

Vor einigen Monaten bekam ich ein Buch über Partnerschaften von meiner Schwiegermutter geschickt. Wieso erwähne ich eigentlich nicht, dass es ebenso an meinen Mann gerichtet war? .. Und nein, ich war zwar etwas überrascht über so ein Geschenkchen, doch lausche ich auch gern mal Ratschlägen und Erfahrungen weiser Frauen aus meinem Umfeld.

Naja ich las mir die Inhaltsangabe durch, mit dem Ziel interessante Kapitel rauszupicken und diese mit meinem Mann zusammen zu studieren.
Dann abends war es soweit. Wir lasen uns gegenseitig einige Abschnitte daraus vor, wobei mich mein Mann nach den ersten 10 Minuten Vorspann ganz irritiert fragte warum wir das lesen, weil wir doch gar keine Probleme haben. ..
Hmm, klingt gut dachte ich und das Buch wurde beiseite gelegt.
Und doch finde ich, dass etwas mehr Wissen für eine gelungene Ehe gar nicht so verkehrt ist!
Ich will nicht erst rückblickend später sagen müssen, „ach diese ein paar Zutaten hätten meine Ehe fröhlicher und und felsenstark gemacht..”
Zugegeben, die Auswahl der Ehebücher ist in meiner Hausbibliothek winzigklein, denn so ganz kann ich mir das mit dem Eherezept aus dem Buch nicht vorstellen.
Sind wir doch alle so individuell und wie schwierig ist es erst in das Seelenleben des Anderen hinzublicken, um zu verstehen warum er so oder so handelt.
Da ist wieder das Paradox dabei, denn sicherlich haben unglückliche als auch die glücklichen Ehen bestimmte Merkmale, die sehr gleich ausfallen.

Und wie sieht es eigentlich denn bei mir aus? Was würde ich feststellen, wenn ich mich aus der Objektivität heraus betrachten würde? Mal aus der weiten Ferne blickend und vielleicht lächelnd –        Ein wenig wie „nur der Mann im Mond schaut zu, lalelu?
Dann würde ich ganz verdutzt feststellen, wie häufig ich aus meinen Gefühlen heraus reagiere, nein fast schon regieren sie über mir und der Situation und sind drauf und dran ein Gemetzel (natürlich im bildlichen Sinne) in meiner Ehe anzurichten.
In solch einem Augenblick finde ich 100 000 Gründe warum ich mir erlauben kann auf meinen Mann supersauer und böse zu sein und die fiesen Gedanken die in meinem Kopf schwirren los zu werden. Kaum ist das alles raus bin ich irrietiert – war ich das wirklich? Wenn dann noch mein Mann als Antwort darauf schweigt und sich zurück zieht, will ich die Zeit zurückdrehen und schäme mich !
Ein Psychotherapeut würde mich wahrscheinlich liebend gerne in seine Klasse aufnehmen und an meinen Schwankungen arbeiten..
Ach nein, ich finde wirklich nicht, dass ich ein Fall für die Psychoanalyse bin – aber impulsiv bin ich eben, wobei das keine Entschuldigung ist für mein schnelles Ausflippen ist.
Das kann so nicht weiter gehen und ich will nicht diese Gefühle in solchen Augenblicken über mich herrschen lassen.
So beschließe ich mit Achtsamkeit gegen mein böses Ich anzukommen und damit meine Ehe Glanz und Schwung zu verleihen! Aber mir ist klar und ich muss zugeben, dass das für mich wohl schwieriger werden kann, als auf Weizen und Zucker eine Zeit lang zu verzichten, um dem Vor-dem-Baby-Body näher zu kommen.
Doch gebe ich mich nicht geschlagen und will es versuchen. Ja, ich will besser werden, ein Stückchen weniger zerstörerisch und dafür die Gefühle in eine Kraft umwandeln, die meine Ehe bereichern kann.
Klingt irgendwie merkwürdig, aber was habe ich zu verlieren, wenn ich mir immer wieder gute und erstrebenswerte Ziele setze?

Und in der Praxis heißt es jetzt :

Da ist wieder dieses grimmige und bedrohliche Bauchgewusel, welches sich festsetzt, wenn mir etwas gar nicht passt und alles doof scheint!
Doch es bekommt eins ausgewischt mit . . .

a) einer Portion warmen Kakao (ohne Sahne versteht sich) ( ich kann mir vorstellen, dass es Wunder bewirkt, doch will ich keine Säcke Kakao in der Küche lagern, da das Wundermittelchen ausgenutzt für wonnige Augenblicke würde und deshalb zu Schritt

b) 30 x Hampelmänner und 20 x Staubsaugerliegestütz
( Hier ist klar, dass der Kakao NICHT vorher getrunken werden soll! Spaß beiseite 🙂 Allein dieser Kurzsport sollte die kleinen Endorphinmännchen zum Bewegen bringen und mich glücklicher stimmen und überhaupt lenkt Sport vom Stress ab 🙂
Doch wenn das Bauchunwohl mich mit Baby erwischt, dann Schritt c) beachten

c) 15x Baby hochheben und dann was ich am liebsten mache mit kleinem Sonnenschein : zusammen tanzen 🙂 Musik an und cha cha cha! Ganz im ernst!

So und nun zum Bösen und Gemeinsten , der giftigen Zunge! Schon in der Bibel steht der Mann soll sich von Frau mit giftiger Zunge hüten .. Aber auch dagegen will ich mir etwas passendes finden!
Also die Situation ist gespannt, verspannt, angespannt…

a) ich greife nach etwas das knackig und am besten roh ist. (Dazu zählen Karotte, Apfel, Birne, Gurke..)
Und ich beiße rein und kaue und kaue.. der Sinn des Ganzen? Na liegt doch auf der Zunge!
Also diese rohen Köstlichkeiten wollen so lange gekaut und zerkaut werden, bis man wohl den Grund seines Grimms nicht mehr im Sinn hat. Also her damit! ( Und erst die vielen positiven Nebenwirkungen des Rohgemüse macht bessere Laune!)

So das soll erstmal reichen und ich soll mich ja selbst nicht mit Ratschlägen und Tipps überhäufen, denn lieber weniger aber mit Qualität, wie meine Oma zu sagen pflegte und einen Bogen um die zu günstigen Klamotten machte.
Auf geht es zu neuen Entdeckungen mit der eigenen Persönlichkeit, aber jetzt erstmal noch ein Tässchen Tee für mich . .

August 13, 2016
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